Bruno Kreisky entstammte einer großbürgerlichen Wiener Familie. Vater und Großvater waren Industrielle, verschiedene seiner Vorfahren hatten sich schon im alten Österreich-Ungarn einen Namen als liberale Politiker gemacht. Einer seiner Vorfahren soll Leibarzt bei Wallenstein gewesen sein. K.s Vater kam aus einer laizistischen jüdischen Lehrerdynastie Südböhmens, K.s Mutter aus einem wohlhabenden jüdischen Haus Südmährens. K. selbst bezeichnete sich dementsprechend als "von jüdischer Herkunft", gehörte aber der jüdischen Glaubensgemeinschaft seit langem nicht mehr an.
Nach Abschluß der Real- und Oberschule (Matura) studierte er ab 1930 an der Universität Wien Jura und Nationalökonomie. Bereits 1927 war er der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) beigetreten. Als Student war er 1933 Leiter des SAJ-Bildungsreferats. Nach dem Verbot der SPÖ gründete er im Februar 1934 zusammen mit Felleis die illegale "Revolutionäre Sozialistische Jugend". Ende Januar 1935 wurde er verhaftet und 1936 im sog. "Sozialistenprozeß" wegen Hochverrats abgeurteilt. Insgesamt verbrachte er 22 Monate im Gefängnis. Sein Studium konnte er erst 1937 wieder aufnehmen. Nach ...
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